Der Arzt und die verstrahlten Kinder von Basra – El médico y los niños irradiados de Basra

IMG_9098

Ich lernte Professor Günther im März 2007 in Leipzig kennen.

Er war als Gastreferent zum Tropenmedizinkurs von Professor Schubert geladen worden, an dem ich damals teilnahm. Die Inbrunst und die ehrliche Rührung, die er bei seinem Vortrag versprühte, überspielten sein Alter und seine Krankheit.

Siegwart-Horst Günther wurde am 24. Februar 1925 in Halle geboren. Er wuchs mit wirtschaftlicher Not und Stockhieben auf. Sein Vater, ein Lehrer, der den Rohrstock zum didaktischen Instrument seiner Wahl erhob, war bekennender Nationalsozialist, Mitglied der NSDAP und offenkundig gut mit Hermann Göring bekannt. Der Junge lernte marschieren und den Hitler-Gruß noch vor dem Fahrradfahren.

Seine Eltern machten Karriere in der NSDAP. Er wurde zwangsläufig zum Hitlerjungen, aber er war ein Hitlerjunge, der mit jüdischen Kindern spielte, einer der Albert Schweizers Buch “Das Urwald-Hospital von Lambaréné” las. Nachdem er am 10. November 1938 in seiner Schule über einen Überfall auf einen jüdischen Ladenbesitzer berichtete, und darüber, dass er gesehen hatte, wie die Polizei den Vorgang beobachtete und nicht einschritt, wurde er das erste Mal von der Gestapo verhört und wurde mit blutendem Gesicht nach Hause geschickt. 1942, nach seinem Abiturabschluss, meldete er sich freiwillig zur Artillerie der Wehrmacht, da er fürchtete, er würde sonst zur Waffen-SS eingezogen zu werden. Er wurde jedoch nach seiner Artillerie-Ausbildung in die 76 Infanterie-Division eingegliedert. Im November 1942 traf er in Stalingrad ein und wurde innerhalb weniger Tage bei einem Artilleriegefecht schwer verwundet. Nach seiner Genesung wurde er Anfang 1943 in 4 Monaten zum Leutnant ausgebildet und anschließend in Russland zu Partisanenbekämpfung eingesetzt. Die Befehle, auf Zivilisten zu schießen missachtete er und schoss “in den Sand”, wie er uns in Leipzig später, im Jahre 2007, erzählte. Als im Januar 1944 sein Frontabschnitt von der Roten Armee überrannt wurde, erlitt er eine schwere Kopfverletzung, konnte aber nach Berlin gebracht werden.

Nach seinem Lazarett-Aufenthalt wurde Günther im Mai 1944 zum Oberkommando der Einsatzheeres in die Bendlerstraße in Berlin befohlen, und erhielt dort die Mitteilung, dass er künftig zu Kurrierdiensten eingesetzt werden würde. Er wurde zu strenger Geheimhaltung verpflichtet und “wurde einem Oberst vorgestellt, der nur noch einen Arm hatte”, wie er in seiner Autobiographie schrieb. Gut möglich, dass es sich um Stauffenberg handelte. In der Folge machte er zahlreiche Botengänge mit verschlossenen Aktentaschen, deren Inhalt er nicht kannte. Nach dem Attentat auf Hitler in der Wolfsschanze vom 20. Juli 1944, wurde Günther von der Gestapo festgenommen und mehrere Monate wiederholt verhört, geschlagen und in verschiedenen Gefängnissen inhaftiert, bis er schließlich in das KZ Buchenwald gesperrt wurde.

Ich selbst habe das KZ im Jahr 2008 besucht. Ich konnte immer noch die Gegenwart  der Gewaltherrschaft, des Terrors, des Elends, und der Verzweiflung spüren, obwohl ich dies alles nur aus Erzählungen und von Bildern kenne. Als ich aber inmitten dieses kleinen Areals stand, an dem einmal 20000 Menschen zusammengepfercht waren, war mir alles so präsent, als hätte ich es am eigenen Leib erfahren. Als das Lager am 11.04.1945 von der US-amerikanischen Armee befreit wurde, wog Günther bei einer Größe von 1,89 m, gerade einmal noch 54 Kilogramm.

Siegwart-Horst Günther war damals 20 Jahre alt, und ging nach Jena, um an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena für ein Medizinstudium einzuschreiben (wo  ich selbst 2010 mein Medizinstudium abschloss). Er sah die Schrecken der Nachkriegszeit: sterbende Kinder, von den Besatzern vergewaltigte Frauen. Vielleicht motivierte ihn dass zu seinem Berufswunsch: er wollte Gynäkologe werden und ging als Assistent zu Professor Döderlein. Aufgrund eines Personalproblems besezte er zusätzlich im Institut für Physiologie der Universität Jena eine Assistentenstelle und wurde noch im Jahr 1951 zum Dozenten für Physiologie. Nebenbei erforschte er die Motilität des Eileiters und promovierte über dieses Thema. 1953 habilitierte er an der Humboldt-Universität in Berlin; 1956 erhielt er einen Ruf an die Universität Kairo und erhielt kurz vor seiner Abreise eine Professur an der Humboldt-Universität.

1957 begann Günther seine Lehrtätigkeit in Kairo und reiste auch zum ersten Mal in den Irak, da er eingeladen wurde, um an der Universität Bagdad einige Vorträge zu seinen Forschungen zu halten. 1960 folgte er einen Ruf an die Universität von Damaskus und wurde dort zum Professor für Pathophysiologie und Tropenmedizin berufen. In Damaskus publizierte er unter anderem auch über die Bilharziose. Er begann in dieser Zeit einen Brief-Wechsel mit Albert Schweitzer.

Im August 1963 ging Siegwart-Horst Günther nach Gabun, um bei Albert Schweitzer in Lambaréné zu arbeiten. Er selbst war damals 38, Schweitzer 88 Jahre alt. Günther erlebte den 90. Geburtstag des berühmten Tropenarztes am 14. Januar 1965, und blieb bis Mai 1965 bei ihm. Am 4. September 1965 – 4 Monate nach Abreise Günthers – starb Albert Schweitzer. In seiner Autobiographie schreibt Günther: “Auch mit dem Abstand von fast 4 Jahrzehnten würde ich meinen, daß der Weg, den Albert Schweitzer mit seinem Urwaldhospital beschritten hat, unverändert praktikabel und sinnvoll ist. Ärzte aus verschiedenen Ländern, mit unterschiedlichen Erfahrungen helfen und leiten an zur Selbsthilfe. Einfachheit muss kein Mangel sein, sie hilft, sich aufs Wesentliche zu konzentrieren.”

Im Januar 1966 ging er an das Tropeninstitut in London. Er hielt Vorträge und publizierte. Später ging er nach Glasgow und forschte über Hautkrankheiten.

1973 ging er nach Ägypten zurück, um dort über die Bilharziose zu forschen. Zu diesem Zweck leitete  er das Theodor-Bilharz-Institut in Kairo, später wechselte er an die Universität der ägyptischen Stadt Mansoura. In dieser Zeit reiste er auch nach Karthum in den Sudan, um an der dortigen Universität Vorlesungen zu halten.

In den 80er Jahren hatte Siegwart-Horst Günther eine Chefarztposition in einer Klinik in St. Peter-Ordingen inne. In seiner Autobiographie schreibt er, dass er sich damals dort eine “klassische bürgerliche Existenz” aufbauen wollte. Im Alter von 57 Jahren heiratete er am 26. November 1982 die Oberärztin Dr. Ulrike Stöcker. 1983 und 1985 wurden die Söhne Paul und Michael geboren.

Anfang der 80er Jahre ging Günther nach Israel, um ein dermatologisches Behandlungszentrum am Toten Meer zu leiten. Während eines Urlaubs in Deutschland erreichte ihn ein Telefonat aus Israel und man teilte ihm mit, dass er als Sohn eines Nazifunktionärs (sein Vater war stellvertretender GAU-Leiter von Halle) in Israel nicht willkommen sei; der Arbeitsvertrag sei beendet. “Die ungewisse ökonomische Zukunft und wachsende Unzufriedenheit mit den politischen Verhältnissen” in der BRD, führten dazu, dass Günther wieder in die DDR zurückging. Seine Frau wollte ihm jedoch nicht folgen, wie er in seiner Biographie schreibt. Es kam zur Trennung.

Siegwart-Horst Günther unterhielt seit seiner ersten Vorlesungsreihe, die er 1956 in Bagdad hielt, akademische Kontakte mit dem Irak. In den Jahren des Irak-Iran-Krieges (Erster Golfkrieg) zwischen 1980 und 1988, brach diese Verbindung ab. Im August 1990 besetzte die Irakische Armee Kuweit. Im November 1990 reiste er wieder nach Bagdad, um Vorlesungen zu halten und ärztlich tätig zu sein. Er fand ein zerrüttetes Land vor, dessen Bevölkerung stark unter den Kriegsfolgen und den UNO-Sanktionen litt. Die Säuglingssterblichkeit hatte sich verdoppelt, die Menschen litten an Unterernährung. Im Dezember wurde Günther in die deutsche Botschaft bestellt und man teilte ihm mit, dass es nicht im deutschen Interesse sei, wenn er sich weiter im Irak aufhielt. Er kehrte schließlich nach Deutschland zurück. Am 7. Januar 1991 informierte Günther die Bundesregierung über die Situation im Irak und bat um humanitäre Hilfe. Er bekam keine Antwort. 9 Tage später wurde Bagdad der Irak von den USA und ihrer Alliierten unter einem UNO-Mandat angegriffen, der Zweite Golfkrieg begann. Günther schreibt in seiner Biographie: “Noch ehe der erste Schuss am 16. Januar 1991 fiel und Raketen in Bagdad einschlugen, starben im Irak Tausende an Hunger und Krankheit.” Nach wenigen Tagen war der Irak besiegt. Günther stellte aber heraus, dass man nicht in Bagdad einmarschierte, Hussein verschonte und dieser an der Macht bleiben konnte.

Im Frühjahr 1991 kehrte Günther wieder in den Irak zurück. Er sah mit eigenen Augen, dass am Märchen vom “sauberen Krieg” nichts dran war. Die Angriffe hatten Zehntausenden von Zivilisten das Leben gekostet. Die Kraftwerke und Trinkwasseranlagen waren zerstört. Es folgten Epidemien von Cholera und Typhus, hinzu kamen Unterernährung und Mangel an Medikamenten. Es starben Hunderttausende in den Folgejahren. Günther gründete noch 1991 mit Gleichgesinnten das Gelbe Kreuz International, mit dem Ziel der Hilfe für die Notleidenden in dieser Region. Günther besuchte nach Bagdad auch Mossul und Basra, und sah überall neben den üblichen Krankheitsbildern auch toxische Nieren- und Leberschäden, besonders bei Kindern, welche die irakischen Ärzte mit Umweltverschmutzung durch Kriegswaffen in Verbindung brachten. Er bat daher das Bundesgesundheitsamt in Deutschland, Blut- und Urinproben von irakischen Patienten zu untersuchen, dies wurde aber verweigert.

Siegwart-Horst Günther nahm, einen Verdacht folgend, eines der vielen sehr schweren Projektile, die überall herum lagen, mit nach Deutschland, um es in der Abteilung für Radiologie und Nuklearmedizin des Universitätsklinikum Berlin-Charlottenburg untersuchen zu lassen. Während der Analyse drang am 20. Juli 1992 die Polizei in das Labor ein und konfiszierte das Material. Günther wurde am 22. Juni 1995 wegen “unerlaubtem Waffenbesitz” inhaftiert, jedoch nach wenigen Wochen wieder freigelassen.

Bei dem Projektil handelte es sich offenbar um DU-Munition, also ein Unterkalibergeschoss mit einem Kern aus abgereichertem Uran. Uran hat von allen natürlich vorkommenden Materialien die höchste Dichte und ist somit gut geeignet, Stahlpanzerungen zu durchschlagen, wobei durch die Reibung ein Gas entsteht, welches im Inneren des Panzers zur Explosion führt. Abgereichertes Uran fällt zudem in der Atomindustrie als Abfallprodukt bei der Anreicherung von Uran an. Es passt hervorragend zur kapitalistischen Produktionsweise, es für militärische Zwecke weiter zu verwenden, statt es teuer einzulagern.

Es kam in den Folgejahren des Krieges, besonders bei Kindern, zu einer erheblichen Zunahme von Leukämie und Krebserkrankungen im Irak. Bei vielen Soldaten der Alliierten, die gegen den Irak gezogen waren, kam es zu einem Symptomenkomplex dem man später den Titel “Golfkriegssyndrom” gab. Sowohl bei diesen Soldaten, als auch auf irakischer Seite kam es gehäuft zu Missbildungen bei Neugeborenen. Statistische Erhebungen ergaben, dass eine besondere Häufung dieser Fälle in Basra zu finden war. Dort kam es im Zweiten Golfkrieg zu einer Panzerschlacht, mit besonders hohem Einsatz von DU-Munition durch die Alliierten.

1996 wurde nach dem Überfall der NATO auf Serbien ebenfalls ein Anstieg der Krebs- und Leukämieerkrankungen festgestellt.

Günther engagierte sich seit den 90er Jahren stark für die Aufklärung der Auswirkungen von DU-Munition. Er sprach auf internationalen Konferenzen, beteiligte sich an der Produktion von Dokumentarfilmen, sagte bei Gerichtsverfahren als Zeuge aus. Außerdem organisierte er Hilfstransporte in das kurdische Flüchtlingslager bei Paveh im Iran. Er selbst erkrankte in dieser Zeit an Krebs. Auf Günther wurden nach eigenen Aussagen zwei Mordanschläge verübt: 1991 wurde ihm in einem Hotelzimmer in Amman ein vergiftetes Getränk serviert, welches er aus Misstrauen nicht trank, sondern untersuchen ließ und 1993 wurde er bei einem Waldlauf von einem Geländewagen überfahren und wurde schwer verletzt in ein Krankenhaus eingeliefert.

1999 wurde er einige Tage nachdem er einen Vortrag auf einem Antikriegskongress in Erfurt gehalten hatte, von der Staatsanwaltschaft Husum zur psychiatrischen Untersuchung zwangsweise in die psychiatrische Abteilung der Dietrich-Bonhoeffer-Klinik bei Bremen bestellt. Es sollte festgestellt werden, ob eine Paranoia vorliegt. Der Verdacht erwies sich als haltlos, wie das Gutachten ergab.

Am 10. April 2000 erhielt er den UN-Preis der “International Association of Educators for World Peace”. Auch nach dem Dritten Golfkrieg, dem Überfall der USA mit ihrer “Koalition der Willigen” auf den Irak, setzte Günther seine Aufklärungsarbeit fort und organisierte Hilfstransporte in den Irak. Im Oktober 2003 ging er in den Irak, um mit Frieder Wagner den Dokumentarfilm “Der Arzt und die verstrahlten Kinder von Basra” zu produzieren, der 2004 veröffentlicht wurde.

Über seine Untersuchungen zu Auswirkungen der Uranmunition auf die irakische Zivilbevölkerung sprach Professor Günther im Jahre 2007 in einem Hörsaal der Universität Leipzig, wo ich das Privileg hatte, ihn zu hören und ein paar Worte mit ihm zu wechseln. Er sagte zu uns jungen Medizinstudenten: “Merkt euch das: Krieg ist ein Verbrechen! Es wird in Europa wahrscheinlich keinen Krieg mehr geben; aber wenn doch, dann macht es so wie ich damals: schießt in den Sand!”

Gestern, am 24. Februar 2015, wäre Professor Siegwart-Horst Günther 90 Jahre alt geworden. Am 16. Januar 2015 schloss er seine Augen für immer. Seine Autobiographie beendet er mit den Worten:

“Doch nicht die Anerkennung aus berufenem Munde machte mich glücklich. Mehr als jede Urkunde und jede Medaille zählten dankbare Blicke aus Kinderaugen und der freundliche Händedruck von Notleidenden, denen ich hatte helfen können.

Egal wo, egal wann, egal wie.

Allein dafür hat es sich zu leben gelohnt.”

Conocí al profesor Günther en marzo del 2007 en Leipzig.

Fué invitado como docente al curso de medicina tropical del profesor Schubert, en el cual participé. El ardor y la emoción cincera que rezumó, disimularon su edad y su enfermedad.

Siegwart-Horst Günther nació el 24 de febrero de 1925 en Halle. Creció entre necesidades económicas y palmetazos. Su padre, un maestro, quien elegió la palmeta como instrumento didáctico preferido, fué un nacionalsocialista comprometido, miembro de la NSDAP y ostensible bien conocido con Hermann Göring. El niño aprendió a marchar y el saludo hitleriano  antes de montar  bicicleta.

Sus padres hicieron carrera en la NSDAP. Inevitablemente se convertió en un Hitlerjunge [= Joven Hitleriano], pero fué un Hitlerjunge quien jugaba con niños judíos, quien leyó el libro de Albert Schweitzer “El hospital de jungla de Lambaréné”. Por primera vez fué interrogado por la Gestapo el 10 de noviembre 1938, después de haber reportado en su escuela que vió un asalto a un negociante judío y que vió también que la policía observó el acto sin meterse. Después del interrogatorio le mandaron con labios sangrandos a su casa. En 1942, cuando terminó su bachillerato, se incorporó como voluntario en la artillería de las fuerzas armadas alemanas [Wehrmacht], porque temió que de otra manera le fueran a enrolar para la Waffen-SS [= SS armadas]. Pero después de su formación como artillero, le incorporaron en la 76a División de la Infantería. En noviembre de 1942 llegó a Stalingrado y pocos días después fue herido gravemente en un combate de artillería. Al inicio de 1943, después de su recuperación, fue formado a subteniente dentro 4 meses y mandado a Rusia para luchar contra partisanos. Desobedeció las ordenes de tirar contra civiles y tiró en lugar de eso “en la arena”, como nos contó luego en el año 2007 en Leipzig. Cuando fue derribado su sector de frontera por el Ejécito Rojo, recibió una grave lesión en cabeza, pero le pudieron llevar a Berlin.

Después de su estancia en el lazareto, ordenaron a Günther en Mayo de 1944 a la comandancia superior del ejército [Oberkommando des Einsatzheeres] en la calle Bendler en Berlin. Ahí recibió la información de ser empleado como mensajero. Le obligaron a la confidencialidad absoluta y le presentaron “a un coronel, al que ya solo le quedaba un brazo”, como escribió en su autobiografía. Es muy posible que esa persona fuera Stauffenberg. En el próximo tiempo hizo muchos recados con carteras selladas,  cuales contenidos desconocía. Después del atentado a Hitler en la Wolfsschanze, el 20 de Julio de 1944, Günther fue arrestado por la Gestapo; durante meses fue interrogado repetidamente , golpeado, detenido en differentes prisiones, hasta que al final le encarcelaron en el KZ Buchenwald.

Yo mismo visité este KZ en el año 2008. Todavía podía sentir la presencia del despotismo, del terrorismo, de la miseria y de la desesperación, aunque conozco todo eso solamente de historias y de imágenes. Cuando estuve parado en medio de esta pequeña área, donde antes estaban aglomerado 20000 personas, todo me pareció tan presente, como si lo hubiera sentido en mi proprio cuerpo. Cuando el campo fue liberado por el ejército estadounidense el 11 de Abril 1945, Günther quien mide 1,89 metros, pesó solo 54 kilogramos.

En aquel entonces, Günther tenía 20 años y se fue a Jena para matricularse en la Universidad Friedrich Schiller en una carrera de medicina (ahí mismo terminé mis proprios estudios de medicina en el 2010). Vió el terror de la posguerra: niños muriendo, mujeres violadas por los ocupantes. Quizás eso le motivó a escoger esa profesión: quería ser ginecólogo y realizó su asistencia medica en la clínica del profesor Döderlein. A causa de  escasez de personal trabajó también como asistente en el instituto de fisiología de la Universidad de Jena, donde se convirtió en docente en 1951. De paso investigó la motilidad de la trompa de Falopio y se doctoró sobre ese tema. En 1953 adquirió la venia docendi en la Universidad Humboldt de Berlin. En 1956 le ofrecieron un puesto en la  docencia en la Universidad del Cairo; poco antes de su partida recibió una cátedra en la Universidad Humboldt.

Günther empezó su actividad docente en el Cairo en 1957 y viajó por primera vez al Irak, porque fue invitado para disertar sobre sus investigaciones científicas. En 1960 siguió el llamado de la Universidad de Damasco y fue nombrado  profesor de fisiopatología y medicina tropical. En Damasco publicó entre otras cosas sobre la bilhariasis. En ese tiempo empezó la correspondencia con Albert Schweitzer.

En agosto de 1963, Siegwart-Horst Günther se fue a Gabónn, para trabajar con Albert Schweitzer en Lambaréné. En aquel entonces tenía 38 años y Schweitzer tenía 88 años. Günther vivió el cumpleaño  90 del famoso médico tropicál, el 14 de enero de 1965 y se quedó a su lado hasta mayo de 1965. El día 4 de septiembre en 1965 – 4 meses después de la despedída con Günther – se murió Albert Schweitzer. Günther escribió en su autobiografía: “También con la distancia de casi cuatro decadas, opinaría, que el camino que tomo Albert Schweitzer con su hospital de jungla es inalteradamente practicable y razonable. Médicos de diferentes países, con diferentes experiencias ayudan e instruyen a la autoayuda. Sencillez no necesita ser deficiencia, sino ayuda para concentrarse en lo esencial.”

En enero de 1966 se fue al instituto tropical de Londres. Ahí dió conferencias e hizo publicaciones . Luego se fue a Glasgow e investigó enfermedades de la piel.

En 1973 regresó a Egipto para hacer investigaciones sobre la bilhariasis. Con ese fin presidió al Instituto Theodor Bilharz en Cairo, luego cambió a la Universidad de la ciudad egipcia Mansoura. En ese tiempo viajó también a Jartum en el Sudán, para dar clases en la Universidad de ahí.

En los años 80, Siegwart-Horst Günther fue médico jefe en un clínico en St. Peter-Ordingen. En su autobiografía escribe que entonces quería construirse una “existencia burguesa clásica”. Con la edad de 57 años, se casó con la médica adjunta Dra. Ulrike Stöcker el 26 de Noviembre 1982. En 1883 y 1985 nacieron sus hijos Paul y Michael.

Al inicio de los años 80, Günther se fue a Israel, para dirigir un centro curativo para enfermedades de la piel. Mientras sus vacaciones en Alemanía recibió una llamada de Israel en que le avisaron, que no era bienvenido a Israel por ser hijo de un funcionario nazi (su padre era jefe adjunto [stellvertretender GAU-Leiter] de la Provincia de Halle) y su contrato de trabajo ya no era valido. “El futuro económico incierto y el descontento creciente con respeto a las circunstancias politicas” en la RFA [República Federál de Alemania], provocó que Günther regresara  a la RDA [República Democrática Alemana]. Su esposa no quería irse con el, como escribió en su biografía. Se divorciaron.

Siegwart-Horst Günther mantenía contactos académicos con el Irak desde el primer curso que dió en 1956 en Bagdad. En los años de la guerra entre Irak y Iran [Primera Guerra de Golfo] entre 1980 y 1988, se interumpió esa conexión. En agosto de 1990 el ejército iraquí ocupó Kuwait. En Noviembre 1990 regresó a Bagdad para dar un curso y trabajar como médico. Encontró un país quebrantado, de lo cual el pueblo sufrió mucho de las consequencias de la guerra y de la sanciones de la ONU. La mortalidad infantíl se había duplicado, la gente sufrió de subnutrición. En diciembre citaron a Günther a la embajada alemana y le avisaron que no es en el interés alemán, si sigue estando en el Irak. Finalmente regresó a Alemania. El 7 de enero 1991 informó al gobierno alemán sobre la situación en Irak y pidió ayuda humanitaria. No recibió respuesta. 9 días despues el Irak fue atacado por los EEUU y sus aliados bajo un mandato de la ONU; así empezó la Segunda Guerra del Golfo. Günther escribe en su biografía: “Ya antes de que tiraran el primer tiro e impactaran misiles en Bagdad el 16 de enero de 1991, ya habían muerto miles de personas de hambre y enfermedades.” Después de pocos días el Irak fue vencido. Pero Günther destacó que no invadieron a Bagdad, y Hussein podía quedarse en el poder.

En la primavera de 1991 Günther regresó al Irak. Con proprios ojos vió que la leyenda de la “guerra limpia” no tenía nada en común con la realidad. Los ataques costaron la vida a decenas de miles de civiles. Las plantas y los  centrales del abestencimiento de agua potable eran destruido. Siguieron epidemias de cólera y tifus y se sumaron la subnutrición y la carencia de medicamentos. En los próximos años murieron cientos de miles de personas. Günther aún en 1991 fundó junto con simpatizantes la Crúz Amarilla Internacional [Gelbes Kreuz International], con la meta a ayudar a los necesitados en esa región. Günther visitó después Bagdad también a Mossul y Basra y vió en cada lugar además de las enfermedades corrientes tambíen daños tóxicos de hígados y riñones, particularmente en niños, que relacionaron los médicos iraquí con contaminación ambiental por armas de guerra. Por eso pidió al ministerio de salud pública de Alemania, que analizaran pruebas de sangre y de orina de pacientes iraquí, pero eso le fue denegado.

Siguendo una sospecha que tenía, Siegwart-Horst Günther llevó a Alemania uno de los proyectiles muy pesados, que estuvieron diseminados en el Irak, para que lo analizaran en el instituto de radiología y medicina nuclear del clínico universitário de Berlin-Charlottenburg. Mientras hacían el análisis, irrumpió la policía en el laboratorio y confiscó el material. Arrestraron a Günther, acusado por la “posesión ilegal de armas”, pero lo dejaron  libre después  de pocas semanas.

Aparentemente el proyectíl era munición de uranio empobrecido, es decir un proyectíl con un núcleo de uranio empobrecido. Entre todas las materias naturales, el Uranio tiene la densidad de masa mas alta y por eso es bien calificado de penetrar blindajes de acero. Haciendo eso, se forma por la fricción un gas que causa una explosión en el interior del tanque. Uranio empobrecido es un producto residual del enriquecimiento de uranio en la industria nuclear. Encaja bien con el modo de producción capitalista, reusandolo para usos militares en vez de depositarlo costosamente.

En los años siguientes de la guerra se notaba un incremento conciderable de leucemia y cáncer en el Irak. En muchos soldados aliados que lucharon contra el Irak apareció un síndrome que mas tarde recibió el nombre “Síndrome de Guerra de Golfo”. Tanto en estos soldados como al lado iraquí se manifestaron con más frequencia malformaciones en recien nacidos. Análises estatísticos mostraron que había una acumulacion de estos casos en Basra, donde tocó lugar una batalla de tanques con uso excesivo de munición de uranio empobrecido.

Después del asalto de la OTAN a Serbia en 1996, se notaba ahí también un incresemento de enfermedades leucemicas y de cáncer.

Günther se comprometió desde los años 90 para la aclaración de los impactos de munición de uranio empobrecido. Habló en conferencias internacionales, participó en la realización de documentales, testificó frente a tribunales. Además organizó transportes de ayuda humanitaria al campo de refugiados en Paveh en el Iran. El mismo se enfermó de cáncer en este tiempo. Según su propia declaración le hicieron dos intentos de asesinato: 1991 le sivieron una bebida envenenada en su cuarto de un hotel de Amman, que por desconfianza no tomó, sino lo entregó para un análisis, y 1993 en una corrida de bosque fue atropellado por un Jeep y fue llevado herido gravemente a un hospital.

En 1999 habló en un congreso contra la guerra; pocos días después fue citado obligatoriamente por la fiscalía de Husum al departamento de psiquiatria del Clínico Dietrich-Bonhoeffer cerca de Bremen. Ahí debieron comprobar si Günther sufriera de paranoia. La sospecha era infundada, como comprobó el dictamen.

Al 10 de april de 2000 recibió el premio de ONU de “International Association of Educators for World Peace”. También después de la Tercera Guerra de Golfo, del asalto de los EEUU con su “coalición de la voluntad” al Irak, Günther siguió con su trabajo de aclaración y organizó transportes de ayuda al Irak. En octubre de 2003 se fue al Irak para realizar con Frieder Wagner el documental “Der Arzt und die verstrahlten Kinder von Basra” [El médico y los niños irradiados de Basra], que estrenaron en el 2004.

Siegwart-Horst Günther habló sobre sus investigaciones de los impactos de munición uranio a la población iraquí en el 2007, en un aula de la Universidad de Leipzig, donde tuve el privilegio de escucharle y cambiar algunas palabras con el. Nos dijo a nosotros, los jovenes estudiantes de medicina: “¡Recuerdan bien: guerra es un crimen! En Europa probablemente no habrá otra guerra; pero por el caso que sí, haganlo como yo en aquel entonces: ¡tiren en la arena!

El día de ayer, el 24 de febrero de 2015, el profesor Siegwart-Horst Günther hubiera cumplido 90 años. El día 16 de enero del 2015 cerró su ojos para siempre. Su autobiografía termina con las palabras:

“Pero no el reconocimiento por bocas de vocación me hizo felíz. Más que cada título y cada medalla me importaron las miradas agradecidas de ojos de niños y el apretón de manos amistoso de necesitados, a cuales pude ayudar.

Donde sea, cuando sea, como sea.

Solo por eso valió la pena de haber vivido.”

IMG_9099

Anuncios

Kommentar verfassen - escribe un comentarío

Introduce tus datos o haz clic en un icono para iniciar sesión:

Logo de WordPress.com

Estás comentando usando tu cuenta de WordPress.com. Cerrar sesión / Cambiar )

Imagen de Twitter

Estás comentando usando tu cuenta de Twitter. Cerrar sesión / Cambiar )

Foto de Facebook

Estás comentando usando tu cuenta de Facebook. Cerrar sesión / Cambiar )

Google+ photo

Estás comentando usando tu cuenta de Google+. Cerrar sesión / Cambiar )

Conectando a %s