Über die unerbittliche Natur

Imanuel Kant sagte, man habe den Mut sich seines eigenen Verstandes zu bedienen.

Satt liegen wir auf der fetten Wiese und sonnen uns. Wie sagte doch der alte Schiller:

„Unser menschliches Jahrhundert herbey zu führen, haben sich alle vorhergehenden Zeitalter angestrengt. Unser sind alle Schätze, welche Fleiß und Genie, Vernunft und Erfahrung im langen Alter der Welt endlich heimgebracht haben.”

Und was haben wir alles damit angefangen!

“Wir glauben heute zum Beispiel, dass alles was natur ist ist gut. Das ist ein riesiger Wandel, weil – eigentlich bis vor kurzem haben wir immer gelernt, dass die Natur sehr unerbittlich ist. Der Mensch ist jetzt in der Lage, der Natur etwas an Gleichgewicht zu geben. Und trotzdem kommen wir jetzt in eine … fast Versinnbildlichung, dass alles was aus der Natur kommt ist gut. Gutes Beispiel ist bio. Bio ist jetzt das Beste, ja? Bio ist nicht das Beste! Nach 15 Jahren Verzehr von gentechnologischen Lebensmitteln ist in den USA bisher noch kein einziger… nicht einmal ein Krankheitsfall aufgetreten. Und trotzdem sind wir in Europa so beunruhigt, dass uns irgendetwas passieren könnte. Also auch dort ist mehr Heuchelei als sonst irgendetwas.” sagte Peter Brabeck-Letmathe in einem Interview für den Film We feed the world (2005).

Und Hochmut kommt vor dem Fall.

Alles fließt – so oder so ähnlich sprach Heraklit irgendwann zwischen 520 und 460 v. Chr.. Sämtliche natürlichen Prozesse befinden sich in einem Fließgleichgewicht. Das gilt für die Wechselwirkungen der kleinsten Teilchen in diesem Kosmos, bis hin zum komplexen Ökosystem.

Verschafft man einem Glied des Ökosystems einen Selektionsvorteil, so wird das Fließgleichgewicht in diesem System gestört und es stellt sich nach einer Phase des Ungleichgewichts ein neues – ein anderes Gleichgewicht ein. Vorhersagbar wäre dieser neue Zustand nur, wenn man alle Faktoren des Systems kennt.

Die Unkenntnis einzugestehen ist oft schwerer, als Kenntnis zu heucheln.

Die Züchtung eines kleinen unscheinbaren Grashalms über Jahrhunderte hinweg hat in Mittelamerika eine Pflanze hervorgebracht, die heute zu den bedeutendsten Grundnahrungsmitteln der Welt zählt. Die natürliche genetische Entwicklung des Mais ist ein hervorragendes Beispiel für erfolgreiche Agrarkultur ohne Schöpferkomplex.

Nehmen wir uns die Zeit, die Dinge fließen zu lassen.

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